Ich habe letztens einen alten Bekannten auf Social Media gelöscht, nachdem er wieder einen dieser wirklich üblen Kommentare gepostet hat. Eigentlich war das für mich immer eine klare Sache. Aber jetzt frage ich mich, ob das wirklich der richtige Weg war, oder ob ich damit nur meine eigene kleine Blase weiter abgeschottet habe. Irgendwie fühlt sich das nach einer Art digitaler Selbstzensur an, bei der ich nur noch das sehen will, was mir passt. Wie geht ihr mit so etwas um?
Es klingt ehrlich weh dieser zweifel. Jemanden zu entfreunden fühlt sich oft wie eine klare Entscheidung doch gleichzeitig drückt da eine stille frage nach deiner eigenen grenze im netz. Selbstzensur mag sich hart anfühlen doch vielleicht ist es auch ein schutzmechanismus der dich davor bewahrt im diskurs zu verfangen. Was glaubst du passiert, wenn du diese Grenze weiter sichtbar lässt?
Eine pragmatische sicht auf den online raum kommt oft in form von klaren begriffen. soziale netze wirken wie filter blasen doch dein eigener raum bleibt deine wahl. selbstzensur kann sich wie eine schutzregel anfühlen doch vielleicht ist es einfach eine abgrenzung von toxischen kommentaren und der belastung durch ständige triggering posts. klare grenze bedeutet nicht gleich finale urteilsverkündung sondern eine ruhige pause im feed
Vielleicht läuft es so dass man denkt das löschen klärt alles doch in der praxis bleibt ein blassersgefühl der verweildung. wer entscheidet was toxisch ist und wie radikal darf man gehen ohne die eigene identität zu verlieren?
Vielleicht geht es auch darum das thema neu zu rahmen statt zuzustimmen. statt klaren gut böse gegensatz könntest du die frage nach grenzen verantwortung und dem terrain der debatte verschieben. das netz wird nicht zu deiner wohnung doch du kannst die regeln mitgestalten und subtil beobachten wie sich der raum verändert