Ich habe letztens mal wieder die alten Folgen von "Diese Drombuschs" geschaut und war überrascht, wie viel davon mir im Gedächtnis geblieben ist. Irgendwie beschäftigt mich seitdem, ob das bei anderen Serien auch so funktioniert. Wenn man etwas jahrelang nicht gesehen hat, aber dann sitzt man da und kennt plötzlich Dialoge auswendig. Ich frage mich, ob das eher an der eigenen Lebensphase lag, in der man das geschaut hat, oder ob diese Geschichten einfach eine besondere Art haben, sich festzusetzen. Bei mir ist es definitiv diese eine Serie.
Ich spüre es auch wenn eine Serie mich über Jahre begleitet hat und plötzlich wieder ins Gedächtnis springt als wäre sie ein Freund aus alten Zeiten.
Es könnte sein dass Serien bestimmte verbindende Muster in unserem Gedächtnis hinterlassen und sich dort festsetzen weil sie mit Lebensphasen verknüpft sind, mit Melodien, Phrasen und Rituale, die wir damals oft erlebt haben.
Vielleicht glaubst du du hörst Tonläufe auswendig, weil du zu sehr auf Dialoge achtest statt auf die Handlung, dabei ist es vielleicht einfach nur dein Gehirn das Bilder flackern lässt und die Worte daneben notiert.
Wäre ich skeptisch würde ich sagen du malst dir eine Verbindung zwischen Alter und Erinnerung aus statt in jedem Detail eine tiefe Struktur zu sehen.
Fragst du dich nicht ob der ganze Fokus auf das Festhalten von Dialogen eher eine Projektion deiner Jugend ist als eine Eigenschaft der Serien?
Man könnte von einer Idee namens Erinnerungsarchitektur sprechen auch wenn es noch nicht erklärt werden soll das beschreibt wie Framing und Emotionen die Wirkmacht einzelner Szenen verstärken.