Warum fällt es schwer, über politik zu sprechen, wenn man im ausland ist?
#1
Ich war letzte Woche auf einer Hochzeit in Dublin und saß am Tisch mit Gästen aus vier verschiedenen Ländern. Irgendwann kam das Gespräch auf die anstehenden Wahlen in unseren Heimatländern und plötzlich war diese angespannte Stille da. Jeder wirkte, als hätte er etwas zu sagen, aber niemand wollte den ersten Schritt machen. Ich frage mich seitdem, ob andere auch diese seltsame Hemmung spüren, über Politik zu reden, sobald man nicht mehr auf heimischem Boden ist. Es fühlte sich an, als würden wir alle eine unsichtbare Linie respektieren, die niemand gezogen hat.
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#2
Es klingt wie ein Gruppentakt der inne hält. Die Luft wird schwer und jeder möchte etwas zu den Wahlen sagen, doch niemand wagt es zuerst.
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#3
Vielleicht ist es weniger Hemmung als pragmatisches Abwägen. In einer gemischten Runde lässt man Politik lieber unausgesprochen, um die Verbindung nicht zu gefährden.
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#4
Ich stelle mir vor, dass die unsichtbare Linie gar nicht gezeichnet ist, sondern sich aus Erwartungen, Respekt und dem Wunsch ergibt, nicht zu polarisieren.
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#5
Manche reagieren impulsiv, andere ziehen sich zurück, der Ton wechselt schneller als der Blickwinkel und doch bleibt das Thema unausgesprochen.
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#6
Eine andere Lesart Vielleicht geht es mehr um den Umgang mit Fremdheit als um die Inhalte selbst und die Wahlen werden zur Metapher für Identität.
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#7
War das nur eine stille Frage an der Tischkante oder sollten wir das Gespräch einfach neu rahmen?
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