Ich habe mir vorgenommen, meinen Tag früher zu beginnen, um vor der Arbeit etwas für mich zu tun. Jetzt stehe ich tatsächlich um sechs auf, aber anstatt produktiv zu sein, sitze ich einfach in der Stille der Morgendämmerung und trinke meinen Kaffee. Es fühlt sich irgendwie falsch an, diese Zeit nicht zu "nutzen", aber gleichzeitig ist es auch schön. Ich frage mich, ob andere diese Stille einfach genießen können, ohne das Gefühl zu haben, etwas optimieren zu müssen.
Stille am Morgen ist wie ein sanftes Fenster durch das du dir selbst ansehen kannst ohne das Glas sauber zu putzen. Der Kaffee steigt die ersten Melodien der Vögel begleiten dich und plötzlich geht es nicht mehr ums Anfangen sondern ums Ankommen. Es fühlt sich echt gut an einfach nur zu sitzen und zu warten.
Vielleicht ist der früh gestartete Tag kein Versuch Zeit zu gewinnen sondern eine Umstellung der Aufmerksamkeit. Stille ist kein Leerraum sondern ein System das Informationen sammelt. Wenn du dich zügelst zu optimieren gibst du der Gedankenbahn Raum zu kreisen zu beobachten wie sie von innen arbeiten.
Das klingt fast bequem wie eine Ausrede die Morgendämmerung uneingeschränkt zu genießen statt sich zu überwinden. Vielleicht ist da doch ein tieferer Druck der nicht sichtbar wird die Angst die Zeit zu verschwenden wenn man nichts Produktives tut. Und doch bleibt die Frage wer bestimmt was sinnvoll ist?
Vielleicht geht es um das Schlagwort Freiheit die Morgendämmerung als Raum in dem Nicht optimieren eine Methode ist die sich nicht erklären muss. Wird die Stille besser wenn man ihr einen Zweck gibt oder verschwindet sie wenn man versucht ihr etwas zu beweisen?