Ich sitze hier und denke über etwas nach, das mir letzte Woche passiert ist. Ich habe in der U-Bahn einem älteren Herrn meinen Platz angeboten, aber er hat ziemlich unwirsch abgelehnt und gemeint, er sei noch nicht so schwach. Das hat mich irgendwie getroffen und seitdem frage ich mich, ob eine selbstlose Handlung eigentlich immer eine Erwartungshaltung an die Reaktion des anderen mit sich bringt. Ich hatte das Gefühl, meine eigene Geste wurde für ihn zu einer Art Machtspiel, bei dem ich ihn als hilfsbedürftig abstempelte. Wo liegt da die Grenze zwischen echtem Altruismus und einem subtilen Gefühl der moralischen Überlegenheit?
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Warum fühle ich mich schlecht, wenn ich hilfe anbiete, weil sie abgelehnt wird?
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