Wir haben vor zwei Jahren einen alten Bauernhof übernommen und sind immer noch dabei, alles herzurichten. Letzte Woche habe ich zum ersten Mal den großen Garten richtig bestellt. Jetzt stehe ich abends oft da und frage mich, ob es eigentlich normal ist, dass man so eine tiefe Verbundenheit zu einem Stück Land entwickeln kann. Diese Art von Verwurzelung fühlt sich ganz anders an, als ich es je von einem Mietshaus in der Stadt kannte. Manchmal macht mich das fast ein bisschen nachdenklich.
Es klingt wie eine stille Liebesgeschichte mit dem Boden, und diese tiefe Sehnsucht nach Verwurzelung trifft dich, wenn du abends dort stehst.
Vielleicht ist Verwurzelung kein Zufall sondern eine Orientierung in einer Welt die sich schnell dreht und der Hof gibt dir Sicherheit auch wenn du ihn noch nicht ganz verstehst.
Vielleicht ist das nur romantische Projektion und der Hof wird zur Bühne für Erwartungen statt zu einem echten Ort der Verwurzelung.
Was wenn diese Verbundenheit eher ein Weg ist deine eigene Geschichte zu schreiben statt eine Antwort auf die Frage wo du hingehörst?
Vielleicht geht es darum den Hof als Labor zu sehen in dem Geduld und Gemeinschaft wachsen statt ihn als festen Beweis von Heimat zu betrachten.