Ich nehme seit einigen Monaten ein neues Antidepressivum und habe seitdem ständig dieses komische Gefühl, als wäre ich nicht ganz da. Es ist schwer zu beschreiben, aber alles fühlt sich irgendwie gedämpft an, fast wie hinter einer Glasscheibe. Andererseits sind die schlimmsten Tiefs tatsächlich weg. Ich frage mich, ob das dieser emotionale Abstumpfungseffekt ist, von dem man manchmal liest, und ob das vielleicht einfach der Preis ist, den man für ein bisschen Stabilität zahlt.
Es klingt hart mitzuerleben wie das Gefühl der Gegenwart schwindet trotz der Erleichterung in den Tiefen. Du beschreibst es als hinter einer glaswand was sicher beunruhigend ist doch vielleicht ist es ein vorübergehender Nebeneffekt der Umstellung. Vielleicht merkst du nur wie dein Nervensystem neue Muster findet. Denkst du dass dieser Zustand wirklich ein Verlust ist oder eher eine andere Form von Stabilität
Viele beobachten bei einem Antidepressivum eine leichte emotionale Abstumpfung wenn die Tiefs ruhiger sind. Das passiert weil die chemie im gehirn sich verlagert und Gefühle weniger stark ankommen. Manchmal beruhigt das den Alltag doch man verliert auch spontane Reaktionen. Ein praxisbezogener Hinweis ist das Gespräch mit dem Arzt um herauszufinden ob eine Anpassung der Dosierung eine Option ist oder ob ein anderes Mittel besser passt
Ich glaube du beschreibst nicht Taubheit sondern eine veränderte Wahrnehmung. Vielleicht ist es kein Nachteil sondern eine neue Form der Aufmerksamkeit die Gefühle verkettet aber leiser macht. Das ist eine Interpretation die nicht sofort helfen will
Vielleicht lohnt es sich das Thema neu zu rahmen statt Frage nach gut oder schlecht frag ich ob Stabilität nicht auch mit neuer Sinnhaftigkeit verbunden sein kann was wenn der Moment der Gedämpftheit dir mehr Raum gibt um Dinge zu prüfen statt einfach zu reagieren