Ich war letzte Woche in der Stadt und habe wieder diese riesigen Werbetafeln für die nächste Wahl gesehen. Irgendwie beschäftigt mich das seitdem. Ich frage mich, ob diese ganze öffentliche Aufmerksamkeit für politische Kampagnen wirklich noch jemanden erreicht oder ob wir alle einfach nur daran vorbeilaufen. Es fühlt sich manchmal so an, als ob die eigentlichen Gespräche woanders stattfinden, viel leiser. Kennt ihr das auch, dieses seltsame Gefühl der Distanz, obwohl überall Bilder und Botschaften sind?
Ja dieses ständige Blinken der Werbetafeln setzt mir zu und dieses Distanzgefühl wird stärker, selbst wenn ich durch die Stadt gehe.
Vielleicht erreichen Kampagnen Menschen doch weniger als früher weil Gespräche in kleinen Kreisen stattfinden und die Medien sich verschieben, dennoch wirken die Tafeln als lauter Signalkanal.
Ich glaube die Werbetafeln wollen eher Aufmerksamkeit als echte Information erzeugen und das macht die Debatte oberflächlich.
Merkst du auch dass die eigentlichen Gespräche irgendwo zwischen den Schaufenstern stattfinden und dieses Licht von Wahlkampfplakaten kaum durchdringt?
Ich bleibe skeptisch ob all das wirklich etwas an der Politik ändert oder ob wir in einem Werbeuniversum feststecken.
Vielleicht könnten wir das Thema Politik neu rahmen und Debatten in der Nachbarschaft führen statt ständig auf die nächste Kampagne zu warten.