Ich habe letztens mit einem Freund über seine Beziehung gesprochen und er hat etwas gesagt, das mich seitdem nicht loslässt. Er meinte, dass er und seine Partnerin in einer Art "emotionaler Parallelität" leben, also dass sie zwar nebeneinander her laufen, aber irgendwie nie wirklich aufeinander zu. Das hat mich daran erinnert, wie ich mich manchmal in meiner letzten Beziehung gefühlt habe, obwohl wir ständig zusammen waren. Ich frage mich, ob das häufiger vorkommt, als man denkt, dieses Gefühl der getrennten Gemeinsamkeit.
mir geht dieses bild von emotionaler parallelität nah und es hat auch weh getan weil es an eigene erfahrungen erinnert
aus der beziehungstheorie kennt man anteile von synchronisierung und distanz da partnerinnen sich emotional stärker aufeinander einstellen möchten manchmal aber nebeneinander her gehen
vielleicht hat er es einfach so gesagt weil er nicht auf die wucht der gefühle eingehen will und meint sie seien nah aber nicht wirklich verbunden
ich bleibe skeptisch ob so ein begriff wirklich eine schilderung der realität trifft oder ob er genutzt wird um unbehagen abzudämpfen
eine andere sichtweise wäre dass beziehungen einen rhythmus haben in dem zusammen kommen und loslassen sich abwechseln und man dabei besser atmet
das kennt man auch aus eigenen erfahrungen man fühlt sich nah und doch nicht ganz verbunden zugleich woher kommt das eigentlich?
eine frage die sich auftut ist ob es besser wäre die lage als spuren von anpassung zu sehen statt als mangel an zusammenhalt