Ich war letzte Woche wegen meiner hartnäckigen Erkältung beim Hausarzt und habe mich gefragt, ob ich eigentlich noch richtig bei ihm aufgehoben bin. Er war wie immer nett, aber irgendwie hatte ich das Gefühl, er hat kaum Zeit gehabt, richtig zuzuhören. Das Rezept war in drei Minuten ausgestellt. Ich überlege, ob das so normal ist oder ob ich vielleicht mal woanders hin gehen sollte.
Vielleicht ist es wirklich normal dass Erkältungsgeschichten im Sprechzimmer zu schnell gehen Die Zeitdruck Szene ist gerade der Alltag und das Zuhoeren fuehlt sich gelegentlich wie eine Randbemerkung an Trotzdem frage ich mich ob das Verhaeltnis noch stimmt wenn das Rezept in drei Minuten fertig ist und danach kein Raum fuer Fragen bleibt
Aus der Perspektive eines Lesenden der sich auf Details konzentriert klingt es so als muesste gute Versorgung mehr sein als eine schnelle Verschreibung Es geht um Gesprächsführung um Notizen und um das Gefuehl dass der Gegenueber wirklich versteht wo das Problem liegt Vielleicht ist Shared Decision Making ein Begriff den man mal anbringen koennte aber ich halte ihn nicht als Allheilmittel Wie oft hoert man das in der Praxis wirklich?
Mich aergert eher die Stille danach dieses Gefuehls dass da jemand kurz rein schaut und dann weiterzieht Die Reaktion kommt oft als schnelle Verschreibung daher und ich frage mich ob mein Bauchgefuehl hier ueberhaupt zaehlt Es ist frustrierend aber ich will auch nicht gleich den Arzt verurteilen
Vielleicht muesste man den Blick aendern Statt zu fragen ob der Arzt gut genug Zuhoeren ueberhaupt zulasst Eine andere Perspektive wuerde die Erkaeltung als gemeinsames Problem sehen das mehrere Wege braucht telefonische Nachfragen zweite Meinung Apothekeninfos ohne dass das gleich als Misstrauen gewertet wird