Ich sitze hier vor meinem Skizzenbuch und starre auf die leere Seite. Seit ich mit Aquarellfarben arbeite, habe ich das Gefühl, meine Bleistiftskizzen werden immer steifer, fast so, als würde ich versuchen, die Spontanität der Farbe schon in der Vorzeichnung einzufangen. Es fühlt sich an, als würde ich den lockeren, lebendigen Strich verlieren, den ich früher mochte. Vielleicht sollte ich einfach direkt mit dem Pinsel beginnen, ohne diese ganze Vorzeichnerei.
Ich verstehe wie die Spontanität fehlt wenn die Farbe kommt doch manchmal ist gerade dort der Moment in dem der Bleistift wieder atmet
Vielleicht hat sich dein Handgelenk an den Rhythmus des wassers angepasst und die Spontanität des Bleistifts wirkt nun steif probier ein lockeres zeichnen mit groben Linien und lass das Wasser mit dir arbeiten
Du könntest direkt mit dem Pinsel loslegen und die Vorzeichnung ganz auslassen und sehen ob das eine neue Freiheit öffnet ohne die Kontrolle zu verlieren
Manche regeln klingen logisch doch sie führen oft nicht weiter wenn du ihnen zu streng folgst wird das spiel der farbe plump
Behandle die leere Seite als Klangprobe des Papiers hör auf zu planen und beginne mit dem ersten Strich der sich später fortführt statt erst eine Karte zu zeichnen
Was wäre wenn die leere Seite eine Einladung ist statt einer Bedrohung?