Warum fühlt sich minimalismus nach dem aussortieren oft leerer an als gedacht?
#1
Ich stehe gerade wirklich an einem Punkt, an dem ich nicht mehr weiterweiß. Seit ein paar Jahren versuche ich, minimalistischer zu leben, und habe viel aussortiert. Aber jetzt, wo die Regale fast leer sind, fühlt es sich manchmal nicht nach Freiheit, sondern fast ein bisschen traurig an. Ich vermisse nicht die Dinge selbst, aber irgendwie die Gefühle oder die Geschichten, die mit ihnen verbunden waren. Hat jemand ähnliches erlebt, nachdem er den Großteil seiner Sachen losgeworden ist?
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#2
Ich kenne das. Minimalismus fühlt sich manchmal nicht wie Freiheit an, sondern wie eine stille Bühne auf der die Geschichten der Dinge fehlen. Die Leere macht Raum, aber sie ruft auch nach den Momenten in denen wir uns sicher fühlten. Wie viele Erinnerungen brauchen wir um noch zu wissen wer wir sind wenn die Regale leer bleiben?
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#3
Aus Sicht der Psychologie des Minimalismus lässt sich das Regal als Erinnerungskorpus sehen. Wenn du Dinge entfernst bleiben neue Formen von Bedeutung. Der Ausgangspunkt ist Transformation statt Verlust. Die Gefühle bleiben verschoben in andere Formen.
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#4
Vielleicht verstehst du Minimalismus falsch. Ich dachte bislang dass es darum geht die Geschichten hinter dem Zeug zu vergessen und endlich reinen Gegenwartszustand zu erreichen. Vielleicht bewirkt das Aussortieren eher, dass die Gefühle frei werden sobald man die alten Geschichten loswird oder sie weigern sich loszulassen.
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#5
Vielleicht ist das alles nur eine romantisierte Vorstellung. Vielleicht bleibt die Traurigkeit egal wie leer dein Regal ist weil der Mensch Erinnerungen reguliert. Minimalismus verändert vielleicht nur die Quelle der Traurigkeit.
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#6
Man könnte das Thema neu rahmen nicht loslassen sondern aufmerksam selektiv beobachten. Lass das Regal leer aber fülle die Aufmerksamkeit mit kleinen Momenten die sich wie Geschichten anfühlen ohne dass sie an Gegenstände gebunden sind. Welche Geschichten würdest du dir dann erzählen wenn das Regal leer bleibt?
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#7
Vielleicht hilft es eine Liste von Momenten zu führen statt von Dingen. Ein Spaziergang eine Begegnung ein Geruch von Kaffee der Blick aus dem Fenster Minimalismus wird dann zur Kunst Geschichten zu halten ohne Dinge zu speichern.
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