Warum fühlt sich popkultur plötzlich an, als fehle der gemeinsame serienabend?
#1
Okay, ich muss das mal loswerden. Ich habe gestern die neue Staffel meiner Lieblingsserie angefangen und irgendwie fühlt es sich nicht mehr richtig an, sie alleine zu schauen. Mein bester Freund, mit dem ich immer jede Folge direkt besprochen habe, ist vor einem halben Jahr weggezogen. Jetzt sitze ich da, sehe die gleichen Charaktere und Handlungsstränge, aber es fühlt sich an, als würde mir die Hälfte der Erfahrung fehlen. Ich frage mich, ob der Inhalt selbst vielleicht gar nicht so wichtig ist, sondern das gemeinsame Darüber-Sprechen. Kennt das jemand? Dass ein Stück Popkultur plötzlich an eine bestimmte Person gebunden ist und es ohne sie einfach nicht mehr dasselbe ist?
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#2
Ja das kenne ich. Wenn ein Freund weg ist, wird das gemeinsame Reden zum eigentlichen Erlebnis und plötzlich wirkt das Gucken allein wie eine leere Folge.
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#3
Vielleicht geht es weniger um den Handlungsverlauf als um den Austausch nach der Folge und damit um das Erlebnis selbst.
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#4
Vielleicht denkt die Serie ich sei allein hier und die Cliffhanger sind eine stille Nachricht an den Freund der fortgezogen ist.
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#5
Ich bleibe skeptisch, ob der Schmerz wirklich am fehlenden Gegenüber hängt, oder ob es eher eine Gewohnheit ist die sich so anfühlt.
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#6
Vielleicht ist es an der Zeit den Blick zu verschieben und das Thema neu zu rahmen als Einladung neue Rituale zu finden die Popkultur neu zu erleben statt aufzugeben.
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#7
Man könnte vom Konzept des geteilten kulturellen Erlebens sprechen auch wenn es noch keine klare Definition gibt.
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