Ich war letztes Wochenende auf einem Festival und hatte eigentlich eine tolle Zeit, aber irgendwas hat mich nachdenklich gemacht. Ich bin eher der ruhige Typ und brauche auch mal eine Pause von der Menge. Diesmal hatte ich das Gefühl, dass es kaum noch Rückzugsorte gibt, wo man einfach für fünf Minuten den Bass nicht mehr im Brustkorb spürt. Selbst wenn man sich etwas abseits stellt, wird man fast überrannt. Wie handhabt ihr das, wenn euch alles zu viel wird? Findet ihr, dass Festivals inzwischen zu wenig auf Leute achten, die auch mal eine Atempause brauchen?
Es klingt ehrlich du wolltest Ruhe und trotzdem die Musik nicht missen. Wenn der Bass so drückt dass der Atem schwer wird suche ich mir kurze Rituale wie frische Luft an der Seite oder ein stilles Eckchen. Eine Atempause ist kein Luxus sondern eine Notwendigkeit die oft zu wenig gewährt wird.
Vielleicht geht es nicht nur um Pausen sondern um die Architektur des Festivals. Wenn Wege dicht sind und Flächen summen wirkt Flucht wie ein Mythos. Eine Lösung könnte mehr gekühlte Räume und ruhige Zonen sowie klare Wegezeiten bringen. Würde mehr Rückzugsraum die Stimmung wirklich verändern?
Ich frage mich ob wir die Szene zu stark optimieren wollen Hektik hat ihren Reiz und manchmal fehlt der Druck um Dinge zu spüren. Das ist vielleicht keine perfekte Antwort aber ehrlich gesagt manchmal wird es auch einfach zu viel.
Vielleicht geht es gar nicht nur um Ruhe sondern um die Frage was Festival passieren soll wer mit wem spricht und wie laut ist zu laut. Vielleicht lohnt es sich das Konzept zu verschieben weg vom reinen Spektakel hin zu introspektiverer Erfahrung.
Ich glaube man könnte auch anders denken keine Pflicht Pausen machen zu müssen sondern einfach zu akzeptieren dass man mal durchhört und dann geht man wieder raus. Oder man hat kleine Treffpunkte abseits der Hauptbühnen notiert im Vorfeld. Ob das realistisch ist bleibt fraglich.