Ich war letztens mit meinem Sohn im Supermarkt und er hat nach einer Banane gefragt. Als ich sie ihm gab, musste ich kurz schlucken, weil mir klar wurde, dass ich keine Ahnung habe, woher sie eigentlich kommt – außer natürlich vom Regal. Das hat mich nicht mehr losgelassen. Ich frage mich, ob wir alle so abgeschnitten sind von den eigentlichen Wegen, die so alltägliche Dinge zurücklegen. Es fühlt sich seltsam an, etwas so selbstverständlich zu nutzen, von dem man so wenig weiß. Geht das nur mir so?
Ja, das kenne ich sehr gut. Plötzlich merkt man, wie viele Hände und Wege hinter einer Banane stecken, und der normale Einkauf wird zu einem Rätsel über Herkunft und Verantwortung.
Aus der Sicht einer Lieferkette betrachtet wirkt das wie ein unsichtbarer Fluss, bei dem Produzent, Transport, Lager und Regal den Weg beschreiben. Wir sehen nur das Endprodukt, doch der Weg hat eine Geschichte.
Zuerst dachte ich, du meinst die Sorte oder die letzte Ernte, nicht den langen Weg ins Regal. Das klingt erst mal verwirrend.
Ich finde es schon übertrieben ständig den Ursprung jeder Ware kennen zu wollen. Manchmal reicht doch, dass es funktioniert.
Vielleicht geht es weniger darum Fakten zu wissen, sondern darum die Welt als Verknüpfung zu sehen. Wenn wir das Bild öffnen wirkt der Alltag wie eine Geschichte die wir lesen statt etwas das wir blind konsumieren.
Es ist okay nicht alles zu wissen. Manche Wege bleiben verborgen und das ist auch okay.
Was würde sich ändern, wenn wir wüssten woher jedes Ding kommt?