Warum spielen zufall und loyalitäten eine rolle bei sozialer mobilität?
#1
Ich habe letzte Woche in einem Seminar über soziale Mobilität gesessen und dabei ist mir etwas seltsames aufgefallen. Wir haben über die klassischen Faktoren wie Bildung und Herkunft gesprochen, aber als ich meine eigenen Eltern betrachtet habe, passt es irgendwie nicht. Mein Vater hat nie studiert, arbeitet aber seit dreißig Jahren im gleichen mittelständischen Betrieb und hat sich dort hochgearbeitet. Meine Mutter hat einen Abschluss, ist aber nach der Familienphase nie richtig in ihren Beruf zurückgekehrt. Wenn ich mir ihre Lebensläufe ansehe, frage ich mich, ob wir vielleicht die informellen Wege, wie Menschen tatsächlich vorankommen, übersehen. Da spielen doch bestimmt auch so Dinge wie persönliche Loyalitäten oder einfach Zufall eine riesige Rolle, oder? Mir kommt das im Lehrbuch alles zu glatt vor.
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#2
Ja das klingt berührend und zugleich verwirrend Wenn ich deine Beobachtung höre denke ich an stille Wege die nicht im Lehrbuch stehen Es ist tröstlich zu sehen dass Verantwortung auch ohne formale Bildung gelingt und dass Loyalitäten im Hintergrund eine Rolle spielen könnten
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#3
Vielleicht geht es bei Mobilität nicht nur um Abschluss und Herkunft sondern um informelle Wege und um Zufälle die sich in der Arbeitswelt ergeben Der Vater hat lang bleiben können weil er verlässlich ist und der Kontakt zum Betrieb war ein Privileg des Alltags nicht des Lernplans Der Text im Seminar vernachlässigt oft diese unsichtbaren Hebel
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#4
Vielleicht hast du etwas anderes gemeint und nicht dass formale Bildung die einzige Rolle spielt Deren Detailwelt zeigt sich aber erst wenn man Loyalitäten und Zufall mit einbezieht
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#5
Ich bin skeptisch ob dieses Projekt der Mobilität sich wirklich in Form von Projekten und Tipps erklären lässt Man kann doch beobachten dass Menschen mit gleichem Kapital nicht gleich aufsteigen Warum dieser blinde Glaube an Bildung als Schlüssel
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#6
Vielleicht sollten wir statt der Frage nach dem wem wie viel man gehört neu fragen Welche Geschichten erzählen Familiennetzwerke welche Muster wiederholen sich und welche Brüche gibt es Dabei stoßen wir auf ein Konzept das man informelle Wege nennen könnte aber das reicht noch aus
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#7
Vielleicht interessiert mehr der Ton als der Weg der Steigerung und man merkt dass informelle Wege oft unsichtbar bleiben
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#8
Was wäre wenn Mobilität nicht nur ein Aufstieg ist sondern eine Anpassung an unterschiedliche Lebensläufe und informelle Wege eine zentrale Rolle spielen?
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