Ich war letzte Woche in einer Ausstellung über die Geschichte der Nachrichtenübermittlung. Es ging viel um die Zeit, als man noch auf offizielle Verlautbarungen oder Zeitungen warten musste. Das hat mich irgendwie nachdenklich gemacht. Heute erfährt man ja alles sofort, und trotzdem fühlt es sich manchmal an, als ob man weniger versteht. Ich frage mich, ob das jemand ähnlich sieht.
Ich kenne dieses Nachdenken gut. Früher musste man auf Offizielles warten und das Warten schenkte Raum zum Nachspüren der Bedeutung der Nachrichtenübermittlung. Heute kommt alles sofort und doch bleibt ein leichter Nebel um das Verstehen.
Vielleicht ist Geschwindigkeit nur eine falsche Nähe die uns glauben lässt wir verstehen besser obwohl wir weniger Zeit haben zu prüfen?
Aus analytischer Sicht verändert sich das Verhältnis zu Quellen wenn alles sofort sichtbar wird und gleichzeitig der Korpus der Nachrichtenübermittlung wächst.
Ich glaube ich verstehe die Prämisse falsch und denke die Ausstellung will zeigen dass Schnelligkeit wichtiger ist als Tiefgang und das finde ich irritierend.
Vielleicht geht es eher darum die Idee neu zu denken wie sich Vertrauen verändert wenn man Informationen nicht mehr prüft sondern konsumiert.
Eine andere Stimme könnte sagen dass es um die Sprache der Zeit geht die sich wandelt wenn sich der Ort der Veröffentlichung verschiebt ohne klare Enden