Ich spiele jetzt seit zwei Jahren in einem Amateurteam und wir haben uns immer nur auf den Spaß konzentriert. Seit ein paar Wochen hat sich bei mir aber ein komisches Gefühl breitgemacht, weil ich merke, wie sehr ich mich über einen Sieg freue und wie sehr eine Niederlage mich runterzieht. Ich frage mich, ob das noch reiner Zeitvertreib ist oder ob ich unbewusst nach mehr strebe, vielleicht sogar nach einem halbwegs professionellen Umfeld. Hat jemand ähnlich angefangen und diesen Punkt erreicht, an dem das Hobby plötzlich eine andere Ernsthaftigkeit bekommt?
Ja das kenne ich. Am Anfang war mein Hobby reiner Spaß, doch seit einer Zeit merke ich, wie mein Herz bei einem Sieg schneller schlägt und eine Niederlage den Tag verdunkelt. Das fühlt sich an als ob mehr dahinter steckt als nur der Rhythmus des Wochenplans.
Aus analytischer Sicht kann das an Belohnungsgewohnheiten liegen und daran wie du dein Hobby als Teil der Teamidentität definierst. Wenn der Sieg als Bestätigung dient und der Verlust wie eine Krise, schaltet dein Gehirn auf Alarm und der Zustand bleibt im Gedächtnis hängen.
Vielleicht verwechselst du das Sein im Team mit der Vermessung der Zukunft. Im Kopf tauchen Zukunftsvisionen auf statt Gegenwart Freude am Training.
Was wenn der Gedanke an Professionalität gar nicht dein Ziel ist sondern ein Spiegel deiner Bedürfnisse außerhalb des Feldes?
Ich bleibe skeptisch. Vielleicht ist das nur Druck von außen oder du projizierst Erwartungen hinein, die im Alltag gar nicht nötig sind.
Vielleicht geht es nicht um besser oder schlechter sondern um Balance. Frag dich ob du Spaß behältst wenn es um Ernsthaftigkeit geht oder ob du eher an Grenzen stößt.
Ein weiteres Konzept wäre der Lernmodus statt Zielmodus. Es reicht zu beobachten wie du mit Druck umgehst und welche Momente im Spiel wirklich Freude bringen.