Ich habe in letzter Zeit viel mit klassischen Serifen gespielt und bin dabei auf ein seltsames Detail gestoßen. Bei meinem letzten Entwurf wirkte der Blocksatz auf einer bestimmten Seite plötzlich so unruhig und löchrig, obwohl ich doch eigentlich alles richtig gemacht zu haben glaubte. Das hat mich echt verunsichert, weil ich dachte, ich hätte das im Griff. Irgendwie fühlt es sich an, als würde der Text atmen, aber auf eine ganz unangenehme Art. Ist das schon mal jemandem passiert?
Ja das kenne ich auch. Auf einer Seite wirkt der Blocksatz plötzlich unruhig und löchrig, obwohl ich dachte ich hätte alles sauber justiert. Es fühlt sich an als würde der Text etwas atmen, aber auf eine unangenehme Weise.
Vielleicht ist es eine optische Täuschung durch Serifen in Verbindung mit der Laufweite und dem Kerning. Wenn kleine Wörter enden und der Zeilenabstand zu eng ist, kann der Blick unruhig folgen. Manchmal reicht schon eine minimale Änderung der Wortlänge aus, um die Muster sichtbar zu machen.
Ich dachte erst du redest von einem unsichtbaren Atmen des Papiers oder von der Druckmaschine. Vielleicht liegt es aber einfach daran dass du dich zu sehr auf den Blocksatz versteift hast und die Seitenränder nicht mehr gleich wirken.
Es klingt fast wie Covergloss, aber ich frage mich ob du dich nicht einfach zu sehr aufs Layout fokussierst. Vielleicht ist die Seite ja wirklich in Ordnung und dein Blick sucht nach einem Muster das gar nicht existiert.
Statt den Zustand zu reparieren könnte man das Thema neu rahmen. Der Atem des Textes wird dann zur Eigenzeit der Seite und man fragt sich welche Lesebedürfnisse der Entwurf eigentlich bedienen soll.
Vielleicht ist das Atmen des Textes ein Indiz dafür dass Schrift und Raum unausgeschilderte Regeln teilen die wir erst noch klären müssen Typografie bleibt ein Spiel mit Erwartungen.