Ich war letztens bei Freunden und wir haben über Serien geredet. Irgendwie kam dann die Frage auf, ob man eine Serie, die man schon mal gesehen hat, wirklich nochmal komplett schauen kann. Ich habe neulich versucht, eine meiner absoluten Lieblingsserien von vor zehn Jahren nochmal anzufangen, aber nach drei Folgen war diese Magie irgendwie weg. Es fühlte sich mehr wie Pflicht an, obwohl ich mich eigentlich auf die Nostalgie gefreut hatte. Ist das bei euch auch so? Ich frage mich, ob man den Moment einfach nicht zweimal einfangen kann.
Ich kenne das wie ein warmer Schal der plötzlich zu eng wird. Die Nostalgie für die Serie erinnert an bessere Stunden, doch beim Neustart fühlt sich vieles zu glatt an.
Vielleicht liegt der Reiz daran dass die ersten Reize aus dem Kontext der damaligen Zeit kommen und beim erneuten Ansehen die Umgebung sich verändert.
Gibt es überhaupt einen Moment den man zweifach genau erleben kann? Vielleicht bleibt beim Nachdenken der Funke aus.
Vielleicht hat die Gruppe die Lieblingsserie damals gar nicht wegen der Handlung geliebt sondern wegen des Kontexts und jetzt fehlt dieser Duft.
Man könnte das Thema neu rahmen und statt zu suchen warum es klappt lieber nachfragen welchen anderen Blickwinkel das erneute Sehen eröffnet.
Es fühlt sich wie Pflicht an statt Lust weil die Überraschung weg ist und der Eindruck verdichtet wurde.