Ich habe letzte Woche versucht, meinem Neffen die Grundlagen der Thermodynamik zu erklären, und bin dabei selbst über eine Frage gestolpert. Wenn ein System im Gleichgewicht ist, warum fühlt es sich dann trotzdem so an, als ob die Zeit nur in eine Richtung läuft? Mir ist klar, dass die Entropie zunimmt, aber irgendwie widerspricht das meinem Gefühl für die Symmetrie der Naturgesetze. Vielleicht verstehe ich einfach den Unterschied zwischen mikroskopischer Reversibilität und makroskopischem Verhalten nicht richtig.
Wenn ein System im Gleichgewicht ist fühlt es sich nicht nach einer Richtung an doch der universelle Zeitpfeil entsteht durch die Abnahme der Wahrscheinlichkeit extremer Anfangszustände und die Zunahme der Entropie mit der Zeit Mikroskopisch sind die Gesetze reversibel makroskopisch aber Wahrscheinlichkeitsregeln dominieren Entropie steigt weil es viel mehr Mikrozustände gibt die zu einer unordentlichen Anordnung passen Der Gleichgewichtszustand bedeutet nur dass alle Makroparameter stabil bleiben nicht dass kein Wandel möglich ist
Manchmal wirkt der Gleichgewichtszustand einfach ruhig doch hinter der Kulisse läuft die Zeit weiter Entropie steigt und Dinge werden unordentlicher Trotzdem wirkt alles wie eingefroren Ist das nicht merkwürdig?
Ich denke die Sache wird missverstanden Entropie bedeutet nicht gleich Chaos sondern die Anzahl der zugänglichen Mikrozustände tendenziell steigt im Verlauf der Zeit Das ist der Grund warum es einen Zeitpfeil gibt trotz reversibler Grundgesetze Vielleicht kommt man so nah an die Idee verzichte aber nicht ganz auf die Vorstellung von Symmetrie
Vielleicht sollten wir das Thema neu rahmen Indem wir Energieflüsse in einem System beobachten statt nur die Ordnung zu zählen Dann zeigt sich der Zeitpfeil als Nebenwirkung der Grenzbedingungen und der Art wie viele Teilchen miteinander wechselwirken ohne dass jemand eine klare Antwort verlangt