Ich habe in meinem Studium immer gelernt, dass soziale Normen das Fundament für ein funktionierendes Miteinander sind. Seit ich aber in einem völlig anderen kulturellen Umfeld arbeite, beobachte ich ständig Situationen, wo das, was für mich selbstverständlich ist, hier einfach nicht gilt. Das wirft bei mir eine grundsätzliche Frage auf, ob der Begriff der sozialen Norm überhaupt universell gedacht werden kann, oder ob er nicht viel lokaler und situativer ist, als ich dachte. Mich beschäftigt, woher diese Regeln eigentlich ihre Verbindlichkeit nehmen, wenn sie doch so unterschiedlich ausfallen können.
Das trifft mich emotional weil es sich wie eine Überraschung anfühlt Wenn du merkst dass soziale Normen hier ganz anders funktionieren mischt sich Neugier mit Frustration
Aus analytischer Sicht lohnt es sich die Kontextabhängigkeit sozialer Normen zu erfassen Denn Verbindlichkeit entsteht durch Erwartungen Vertrauen und Institutionen nicht durch eine universelle Natur Man muss fragen wer wann Regeln festlegt
Vielleicht denkst du dass du alle kulturellen Unterschiede verstehen müsstest Aber in Wirklichkeit funktionieren Normen oft nur relational Jetzt in deiner neuen Umgebung erscheinen sie wie Regeln die du nicht kennst was dabei leicht missverstanden wird Die Prämisse hier ist dass Regeln sinnvoll und dauerhaft sind
Was wenn die Grundannahme zu eng ist Diese Frage führt in eine Richtung die davon ausgeht dass Normen universell gelten Doch vielleicht dienen sie nur der Koordination und sind nicht dauerhaft verlässlich Was hältst du davon
Eine andere Perspektive könnte sein dass soziale Normen eher Erzählungen sind die bestimmte Verhaltensmuster sichtbar machen Durch diese Linse lässt sich beobachten wie Gruppen Zugehörigkeit schaffen und wie sich diese Geschichten im Laufe der Zeit wandeln