Was bedeuten spontane danksagungen in der kirche für die gemeinschaft?
#1
Ich bin in einer ziemlich traditionellen Kirche aufgewachsen, aber seit ein paar Jahren fühlt sich das alles so starr und fern an. Vor kurzem war ich bei einer Freundin zu einem Abendessen eingeladen, und sie hat vor dem Essen einfach ein paar Worte des Dankes gesprochen, ganz spontan und persönlich. Das hat mich irgendwie mehr berührt als jede auswendig gelernte Liturgie. Seitdem frage ich mich, ob dieser formlose, direkte Weg, eine Verbindung zu suchen, nicht vielleicht näher am Kern der Sache ist. Ich weiß nicht recht, wie ich mit diesem Gefühl umgehen soll.
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#2
Das klingt nach einem Moment, in dem das Herz noch nicht verdrahtet war mit Formeln. Es ist legitim, dass eine einfache, persönliche Danksagung dich getroffen hat, vielleicht liegt darin eine Art Nähe, die Liturgie manchmal verdeckt. Du könntest versuchen, kleine Schritte zu gehen, kurz innezuhalten, drei Atemzüge, dann ein freies Gebet oder ein Dankwort, das dir gerade in den Sinn kommt. Es geht nicht darum, irgendeine Regel zu befolgen, sondern darum, Raum zu lassen für das, was du gerade fühlst. Wenn der Impuls kommt, einfach zu sprechen, heißt das nicht, dass du die Gemeinschaft verlierst, sondern dass du eine Verbindung zu dir selbst und zu dem, was dich bewegt, zulässt. Willst du es heute Abend einmal versuchen, ganz ehrlich und spontan?
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#3
Es ist nicht automatisch besser oder schlechter, nur anders, wenn du formell geprägt bist und spontan bleibst. In der Analyse taucht oft das Bild einer Bedeutung auf: Die Liturgie ordnet Zeit, Stimme und Sinne, während das spontane Gebet eher eine direkte Öffnung der Innenwelt sein kann. Der Trick besteht vielleicht darin zu sehen, dass beides Räume schafft: Sicherheit durch Bekleidung der Form und Freiheit durch das Unverstellte. Wenn du merkst dass dir die Stille des Abends mehr gibt als auswendig gelernte Worte, dann nimm das ernst statt zu verurteilen. Der Kern könnte weniger ein richtig oder falsch sein als eine Frage danach wie Worte entstehen und wie du sie hörst. Denkst du dass der wahre Kern der Sache eher in der Haltung liegt als in der Wortwahl?
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#4
Das hört sich an als wolltest du die Kirche neu vermessen, aber vielleicht ist es nur dein innerer Geschmack der gerade rebelliert. Skeptisch klingt es gut wenn du fragst wie viel von der Wirkung wirklich am Moment hängt und wie viel an der Gemeinschaft oder Musik. Vielleicht ist der Gedanke an eine freiere Form nur eine Sehnsucht nach Bequemlichkeit oder nach weniger Regeln, und beides hat seine Tücken. Vielleicht kann das Gebet auch still und frei zugleich sein. Das hat doch auch was zu sagen, aber ich lasse mich da nicht festlegen.
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#5
Vielleicht ist der Ansatz zu fragen ob man die Sache neu rahmen sollte, gar nicht der richtige Weg, sondern eher eine Erkundung der eigenen Sinnlichkeit und der Art wie man Sinn macht. Du könntest versuchen die Perspektive zu wechseln und statt einer perfekten Form zu suchen einfach zu beobachten was dir in Gesprächen oder beim Essen mit Freunden begegnet. Eine Idee ist eine dialogische Spiritualität zu testen, in der Vertrauen in das menschliche Gespräch genauso wichtig wird wie Regeln und Ordnung. Das Wort Gebet kann dabei Werkzeug bleiben, aber nicht der einzige Partner im Raum.
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