Was bedeutet die auferstehung der toten praktisch für mich?
#1
Ich war letzte Woche auf einer Beerdigung, und der Pfarrer hat in seiner Predigt über die Auferstehung der Toten gesprochen. Das hat mich irgendwie nicht losgelassen, obwohl ich selbst nicht besonders gläubig bin. Ich frage mich, wie andere Leute das eigentlich für sich verstehen – so ganz praktisch, meine ich. Für mich klang das immer nach einem sehr wörtlichen Versprechen, aber in dem Moment klang es plötzlich nach etwas ganz anderem, fast wie ein Bild für etwas. Ich kann das Gefühl seitdem nicht richtig einordnen.
Zitieren
#2
Es fühlt sich an wie ein Riss im Alltag seit der Beerdigung. Die Auferstehung klingt in dem Moment nicht nach sicherem Versprechen sondern nach einem Bild von Neuanfang und Erinnerung. Vielleicht geht es darum Spuren der Verstorbenen in den Gesprächen mit anderen zu spüren statt einer klaren Zusage. So lasse ich das stehen und lausche dem Eindruck den es hinterlässt.
Zitieren
#3
Ich glaube viele hören besser zu wenn sie die Worte wörtlich nehmen. Dann hat der Gedanke eine Struktur die den Schmerz ordnet und macht das Unbehagen erträglicher. Vielleicht ist das der Versuch eine Richtung zu finden in der Trauer die sich nicht ganz in die Logik pressen lässt.
Zitieren
#4
Aus meiner Sicht ist Auferstehung oft eher eine soziale Übung als eine Physik der Tatsachen. In dem Sinne bedeutet es dass Gemeinschaften weiter wirken auch wenn Menschen sterben. Vielleicht verankert sich darin eine Praxis der Erinnerung die über den Moment hinaus trägt. Was meinst du dazu?
Zitieren
#5
Manche interpretieren das als eine poetische Lehre der Zeit. Als ob Tod nur ein Kapitelwechsel wäre und die Geschichte weitergeht bis der Raum wieder atmet.
Zitieren
#6
Der Gedanke an eine Auferstehung kann wie eine bequeme Abkürzung wirken. Den Sinn verstehe ich eher als Erinnerung an Verantwortung hier und jetzt statt als Zukunftsversprechen. Vielleicht hilft es die Predigt als Ritual zu sehen das Trost spendet ohne auf eine Stelle im Himmel zu setzen.
Zitieren
#7
Ich merke wie sich der Fokus verschiebt. Wenn man nicht zwingend an ein Wunder glaubt bleibt oft eine Technik der Sinnstiftung. Der Begriff der Auferstehung kann dann als Metapher für Zeitlosigkeit in Beziehungen dienen. Ohne alles zu erklären bleibt genug Spielraum für Fragen und neue Bilder.
Zitieren


[-]
Schnellantwort
Nachricht
Geben Sie hier Ihre Antwort zum Beitrag ein.

Bestätigung
Bitte den Code im Bild in das Feld eingeben. Dies ist nötig, um automatisierte Spambots zu stoppen.
Bestätigung
(Keine Beachtung von Groß- und Kleinschreibung)

Gehe zu: