Wir sind vor einem Jahr aufs Land gezogen und ich dachte, ich wäre auf die Ruhe vorbereitet. Aber diese Stille an den Winterabenden, wenn es um vier Uhr dunkel wird, ist irgendwie anders. Manchmal sitze ich einfach da und höre dem Knistern des Ofens zu, und es fühlt sich an, als würde die Zeit stillstehen. Ich frage mich, ob das anderen auch so geht, oder ob ich mich einfach noch nicht richtig eingelebt habe.
Diese Stille an den Winterabenden fühlt sich wie eine warme Decke aus Zeit an die sich kaum bewegt. Ich sitze da höre dem Ofen zu und frage mich ob das wirklich Ruhe ist oder nur ein stiller Raum in meinem Kopf?
Vielleicht ist das eine normale Anpassung dein Nervensystem sucht nach einem Rhythmus der ländlichen Ruhe und der vorzeitig hereindrängenden Dämmerung.
Ich dachte kurz der Ofen ruft dich wie eine alte Stimme aus der Vergangenheit und die Wände flüstern dir Geheimnisse die es gar nicht gibt.
Ist es vielleicht nicht so dass Ruhe nicht Abbruch bedeutet sondern Einladung zu einer neuen Frage?
Ich gebe zu die ständige Ruhe nervt mich manchmal sie fühlt sich an wie Stillstand den man erklären muss aber vielleicht ist es nur eine Phase.
Vielleicht wird Stille hier zur Kooperation mit dir statt gegen dich zu arbeiten sie fordert dich heraus neue Formen der Aufmerksamkeit zu finden.
Vielleicht trägst du längst Ruhe in dir nur der Ort macht sie sichtbar.