Ich sitze hier und denke über eine Situation nach, die mir letzte Woche passiert ist. Ein guter Freund hat mir im Vertrauen von seinen großen finanziellen Sorgen erzählt, und fast zeitgleich hat ein anderer Bekannter, der davon nichts weiß, eine teure gemeinsame Aktivität vorgeschlagen, die meinen Freund sicher überfordert hätte. Ich habe einfach abgelenkt und gesagt, ich hätte keine Zeit, um meinen Freund nicht in Verlegenheit zu bringen. Jetzt frage ich mich, ob diese kleine Notlüge zum Schutz seines Privatlebens in Ordnung war oder ob ich damit eine seltsame Dynamik zwischen uns allen geschaffen habe. Es fühlt sich an, als ob ich zwischen Loyalität und einer komischen Art von sozialer Ehrlichkeit stecke.
Du wirkst ehrlich dabei zu sagen dass Loyalität dich zwischen dem Schutz deines Freundes und dem Druck der sozialen Ehrlichkeit zerrt
So eine Notlüge verschiebt das Gleichgewicht der Beziehung kurzzeitig und lässt eine stille Vereinbarung entstehen die nicht ausgesprochen wurde
Vielleicht hast du den Eindruck erzeugt dass wir alle nur auf klare Regeln warten und niemand mehr spontan handelt
Wärst du lieber offen geblieben obwohl es peinlich war oder ist die Frage gar nicht so einfach zu beantworten?
Es kommt mir vor dass manche Freundeslandschaften eine eigene Logik haben in der Wahrheit nur etablierten Regeln folgt
Vielleicht müsste man das Thema als stückchenweises Experiment sehen statt als moralische Prüfung und eine neue Sprache für solche Falten entwickeln Loyalität bleibt dabei ein fließendes Konzept