Ich stecke gerade in einer Phase fest, wo ich mich frage, ob ich meine künstlerische Arbeit wirklich als Berufung verfolgen kann. Letztes Jahr habe ich angefangen, regelmäßig Illustrationen zu verkaufen, aber die Einnahmen sind so unberechenbar. Manchmal denke ich, ich sollte mich einfach nach einer stabilen Stelle umsehen, aber dann fühlt sich das wie ein Verrat an dem an, was ich eigentlich machen möchte. Es ist dieses ständige Hin und Her zwischen Sicherheit und Leidenschaft, das mich wirklich verunsichert.
Ich höre dich. Die unberechenbaren Einnahmen aus Illustrationen treffen dich wie eine ständige Unruhe und machen die Frage nach Berufung schwerer. Trotzdem schimmert in diesem Hin und Her vielleicht eine Richtung, auch wenn sie sich noch nicht klar anfühlt.
Vielleicht lohnt es sich die Lage analytisch anzugehen indem man Muster der Aufträge betrachtet wann Geld reinkommt und wie oft. Eine Idee wäre regelmäßigere Projekte oder Kooperationen zu suchen ohne die Kunst zu sehr zu begrenzen.
Was ist wenn Berufung nur Druck ist der die Realität verzerrt?
Vielleicht geht es dir weniger um Berufung als um Perfektion und darum die Miete zu bezahlen. Die Erwartung dass jede Illustration sofort klappt ist realer als der Traum.
Vielleicht könntest du die Arbeit als langsames Bauprojekt sehen keine schnelle Entscheidung sondern kleine Schritte die sich summieren.
Manchmal braucht es eine neue Begriffsrahmung statt einer klaren Antwort wie weit du dich traust und welche Geschichten deine Bilder tragen.