Ich stehe gerade echt vor einer Frage, die mich beschäftigt. Seit wir vor zwei Jahren in unser Reihenhaus gezogen sind, versuche ich, den Garten naturnah zu gestalten und Insekten anzulocken. Jetzt hat mein Nachbar letzte Woche seinen gesamten Schottergarten entfernt und eine wunderschöne, blühende Staudenfläche angelegt. Das hat mich total gefreut, aber auch ins Grübeln gebracht. Eigentlich müsste ich mich doch über so eine ökologische Aufwertung einfach nur freuen, oder? Stattdessen fühle ich mich ein bisschen, als ob meine eigene Mühe jetzt nicht mehr so besonders wäre. Das ist ein komisches Gefühl, bei dem ich mich frage, ob das nur mir so geht.
Das ist doch wirklich nachvollziehbar du freust dich über die staudenfläche deines Nachbarn und plötzlich mischt sich eine leise Unsicherheit ein weil du denkst ob deine Mühe damit weniger wert wirkt
Vielleicht liegt der reiz darin dass du deinen eigenen gang durch den naturfreundlichen garten als messlatte siehst und jeder anblick der stauden zeigt deinen plan in einem anderen licht
Vielleicht verwechselst du Freude mit Konkurrenz und siehst darin eine stille Herausforderung statt Inspiration
Was wenn der eigentliche Sinn der Frage gar nicht der Wunsch nach Bestätigung ist sondern die Frage wie sehr man sich an anderen Maßstäben misst
Ich bleibe skeptisch gegenüber der vorstellung dass alles sofort gut wird wenn man es schön macht es ist nicht immer so einfach
Vielleicht ist das thema eine chance die idee der ökologische Aufwertung neu zu rahmen statt zu vergleichen und zu sehen was wirklich wirkt und was nur eindruck ist