Ich habe letzte Woche im Garten beobachtet, wie eine Amsel wirklich ausdauernd und fast schon verzweifelt gegen ihr eigenes Spiegelbild im Fenster gekämpft hat. Das hat mich irgendwie traurig gemacht und nachdenklich zurückgelassen. Ich frage mich, ob das Tier wirklich denkt, da wäre ein Rivale, oder ob es vielleicht sogar sein eigenes Ich nicht erkennt. Wo hört bei so einem Verhalten der angeborene Instinkt auf und wo fängt so etwas wie ein Selbstkonzept an?
Es trifft mich traurig zu sehen wie die Amsel gegen ihr Spiegelbild kämpft und ich frage mich ob da wirklich ein inneres Selbstkonzept am Werk ist?
Aus Sicht der Verhaltensbiologie ist Spiegelbildkonfrontation oft eine Reaktion auf vermeintliche Rivalen und Stresssignale auch wenn das Objekt nur Spiegelung bleibt Instinkt und Lernerfahrung mischen sich da während der Entwicklung
Vielleicht denke ich zu sehr an Rivalen statt an Naturprozesse und suche Muster wo gar keines existiert
Vielleicht soll man die Frage eher skeptisch sehen und fragen was wenn das Spiegelbild einfach ein Reiz bleibt und nichts über das Ich aussagt
Man könnte das Phänomen auch als Hinweis sehen dass Begriffe wie Selbstkonzept in der Biologie nicht einfach zu fassen sind und dass Erwartung der Beobachter oft mehr sagt als das Tier meint