Ich sitze hier und denke über die letzten Jahre nach, in denen ich eigentlich immer sehr gerne alleine war. Jetzt, wo sich mein Freundeskreis langsam verändert und einige wegziehen, merke ich plötzlich, wie sehr mich diese Stille manchmal einholt. Es ist ein seltsames Gefühl, das eigene Bedürfnis nach Rückzug zu hinterfragen, wenn die äußeren Umstände einen dazu zwingen. Hat jemand ähnliches erlebt, dieses allmähliche Infragestellen der eigenen Vorlieben?
Ich kenne das vielleicht aus eigener Erfahrung. Die Stille kommt plötzlich wieder in den Alltag, wenn Freundinnen und Freunde sich verändern. Man fragt sich, ob das eigene Bedürfnis nach Rückzug doch nur eine Phase war oder ob sich etwas Grundlegendes verschiebt.
Vielleicht ist das kein Verlust der Vorliebe sondern eine neue Form von Balance. Wenn der Freundeskreis weniger aktiv wird, wird Nähe seltener gebraucht und Stille hat plötzlich Raum. Es lohnt sich zu beobachten welche Situationen echtes Wohlbefinden bringen und welche Erwartungen andere an einen stellen.
Vielleicht geht es dir auch darum dass Stille nicht immer bedeutet alleine zu sein. Vielleicht suchst du eher nach sinnlicher Ruhe statt nach sozialer Bestätigung und misstraust dem Gedanken dass sich alles ändern muss.
Ich frage mich ob die eigene Vorliebe wirklich so fest ist oder ob es eher eine Bequemlichkeit war die sich jetzt zeigt. Vielleicht ist es ein anderes Bedürfnis das sich gar nicht in den Worten Freundeskreis ausdrücken lässt?
Vielleicht gibt es hinter der Stille eine Idee die man noch nicht klar benennen kann. Der Gedanke dass Bedürfnisse wie Licht sind das man neu austarieren muss statt zu kämpfen gegen die Dunkelheit