Ich habe letztens mit einem Freund aus Kenia gesprochen, der seit Jahren in Deutschland lebt. Er meinte, er fühle sich oft hin- und hergerissen, weil er sich hier zu Hause fühlt, aber gleichzeitig eine tiefe Verantwortung für seine Familie und Gemeinde in der Heimat spürt. Das hat mich nachdenklich gemacht, weil ich ähnliches von anderen im Bekanntenkreis höre. Ich frage mich, wie man mit diesem Gefühl des Getrenntseins umgeht, wenn das eigene Leben sich zwischen zwei Orten abspielt. Besonders, wenn politische Entscheidungen in einem der Länder das Leben im anderen direkt beeinflussen.
Heimat ist kein Ort, sondern ein Flüstern im Rücken das in Deutschland wärmer brennt und in Kenia heller flackert. Man läuft mit zwei Uhren im Kopf und manchmal ist das schwer, aber auch reich.
Glaubst du wirklich dass dieses Getrenntsein so belastend ist oder vielleicht nur eine Story die wir uns erzählen damit die Welt Sinn macht?
Aus analytischer Sicht macht Migration Identität zu einem wandelbaren Projekt es geht weniger um feste Zugehörigkeiten als um fordernde Übersetzungen zwischen Kontexten.
Ich habe das zuerst so verstanden als ginge es um two Küchen gleichzeitig zu kochen und frage mich ob das wirklich Sinn macht