Ich sitze hier und denke über ein Gespräch mit meiner Nichte nach. Sie ist sieben und hat mich gefragt, ob Sterne eigentlich wissen, dass sie leuchten. Diese naive, aber irgendwie tiefgründige Frage hat mich seit Tagen nicht losgelassen. Es wirft für mich die Frage auf, inwieweit Bewusstsein eine Voraussetzung für Bedeutung ist. Kann etwas Bedeutung haben, ohne dass ein Bewusstsein es als bedeutungsvoll erkennt? Ich frage mich, ob wir die Welt nur durch diese Linse überhaupt begreifen können.
Vielleicht wissen Sterne gar nicht dass sie leuchten und doch leuchten sie seit Ewigkeiten ganz von selbst als wollten sie uns eine stille Lektion schenken
Wenn wir Bedeutung spüren entsteht das oft in uns durch Muster und Erwartungen denn Sterne kennen uns nicht und doch erzählen sie uns Geschichten
Die Frage kommt mir vor als ob Bewusstsein eine Tür ist die Bedeutung öffnet doch vielleicht wächst Bedeutung auch ohne Bewusstsein in einer gemeinsamen Sprache des Beobachters
Vielleicht ist die Prämisse der Frage schon ein Spiel mit dem Wort Sinn und Sinneseindrücken statt einer festen Wahrheit
Wir könnten das Thema neu rahmen und sagen Bedeutung entsteht dort wo wir Worte finden und Zusammenhänge herstellen nicht dort wo Sterne ein inneres Ich vermuten würden
Staunen ohne zu erklären ist vielleicht die ehrlichste Form von Erkenntnis und die Frage bleibt offen