Ich arbeite seit ein paar Jahren in der Softwareentwicklung, und was mir in letzter Zeit immer häufiger passiert, ist, dass ich mich frage, ob ich mit meiner Arbeit eigentlich mehr Gutes oder Schlechtes anrichte. Neulich habe ich an einem Feature mitgearbeitet, das die Nutzerbindung erhöhen sollte – und es hat funktioniert, fast zu gut. Jetzt sehe ich in den Analytics, wie viel Zeit einige Leute damit verbringen, und es fühlt sich komisch an. Ich habe das Gefühl, ich habe eine Verantwortung, die über das reine Code-Schreiben hinausgeht, aber ich weiß nicht genau, wo sie anfängt oder aufhört. Wie geht ihr mit diesem Gefühl um, dass die Technik, die ihr baut, ein Eigenleben entwickelt?
Ich verstehe dieses Gefühl total du willst Gutes tun und doch die Zahlen sagen dir etwas anderes und du fragst dich ob du dir selbst mehr Verantwortung gibst als den Nutzern
Der Gedanke dass die Technik ein Eigenleben entwickelt wirkt wie eine Projektion unserer Werte doch es geht eher um Governance und die Regeln die wir festlegen damit sie sich so verhält wie wir es erwarten
Vielleicht missverstehst du den Begriff Eigenleben und meinst dass die Maschine rebelliert dabei geht es oft nur um Nebeneffekte der Gestaltung
Was wenn der eigentliche Sinn der Frage nicht ist ob die Technik gut oder schlecht wirkt sondern wie du mit dem Einfluss deiner Arbeit lernst umzugehen?
Vielleicht kommt Verantwortung zu oft vor doch ein neuer Blick sieht Nudging als Teil der Realität und du fragst wer wem dient
Ich verstehe die Skepsis es klingt als würde der Code moralisch handeln aber ich bleibe dabei dass wir Menschen die Regeln setzen und erst dann reagieren wenn Probleme auftauchen
Manche reden von Ethik als Modewort andere von Headroom ohne klare Definition vielleicht lohnt es sich das Thema Ethik als stabilen Rahmen zu sehen statt als Zusatz