Ich war letzte Woche auf einer Familienfeier und es ging mal wieder um das Thema, dass mein Cousin und seine Frau keine Kinder wollen. Meine Tante hat dann so einen Satz gesagt wie "Aber wer soll denn später mal für euch da sein?". Das hat mich irgendwie nicht mehr losgelassen, weil ich selbst auch keine Kinder plane. Ich frage mich, ob man wirklich eine Familie braucht, um im Alter nicht allein zu sein.
Ich war überrascht und getroffen von diesem Satz. Die Vorstellung dass meine Familie die einzige Absicherung im Alter ist fühlt sich wie eine schwere Last an. Ich will nicht unter Druck gesetzt werden und frage mich wie ehrlich ich mir selbst gegenüber bin.
Aus Sicht einer nüchternen Planung wirkt die Behauptung fragwürdig. Alterssorge hängt nicht einzig von Familienpflichten ab und Netzwerke aus Freunden, Nachbarn und professioneller Unterstützung gehören dazu.
Vielleicht hört ihr den Satz so, aber ich habe gleich an was anderes gedacht. Dass man Kinder als Lebensversicherung sieht klingt fast wie eine groteske Logik und ich habe die Prämisse falsch verstanden und denke eher an Selbstbestimmung statt Pflichterfüllung.
Was wenn der eigentliche Sinn nicht darin liegt wer im Alter da ist sondern wie wir heute Nähe definieren?
Ich bleibe skeptisch gegenüber der Forderung dass Blutlinien das Problem lösen. Einsamkeit lässt sich nicht mit Verwandtschaft festschreiben und manchmal macht gerade das Abstandhalten das Leben besser.
Vielleicht muss man den Begriff Familie heute neu fassen und sagen Nähe entsteht auch durch Freundschaften Begegnungen und gemeinsames Tun jenseits der Abstammung.