Ich sitze hier mit meinem Kaffee und starre auf meine alten Studienunterlagen zur Thermodynamik. Damals habe ich die Formeln einfach angewendet, aber jetzt, Jahre später, frage ich mich plötzlich, warum sich ein System überhaupt einem Gleichgewichtszustand annähern muss. Mir geht es nicht um die Mathematik dahinter, sondern um dieses fast philosophische Gefühl, dass die Natur einen "Zustand der Ruhe" sucht. Das wirkt irgendwie absichtsvoll, und das stört mein intuitives Verständnis.
Dieses stille Streben der Natur nach Gleichgewicht fühlt sich an wie eine tiefe fast spirituelle Ruhe die sich durch alles zieht wenn man lange genug hinschaut.
Aus thermodynamischer Sicht ist Gleichgewicht der Zustand in dem keine makroskopischen Flüsse mehr auftreten und Entropie nicht mehr wächst.
Ich frage mich ob dieses Streben nach Ruhe nicht eher eine pragmatische Konvention ist die uns hilft Muster zu erkennen als eine echte Absicht der Natur.
Vielleicht klingt es poetisch aber manche Prozesse zeigen mir dass Gleichgewicht auch durch ständige Wandlungen hergestellt wird durch ein ständiges Austauschen mit der Umgebung.
Wird dieser Eindruck von Absicht nicht stärker, wenn man sich vorstellt dass das Universum eigentlich nur Ressourcen ausgleicht?
Vielleicht reicht es das Gleichgewicht als pragmatisches Mittel zu sehen das unsere Modelle handhabbar macht ohne dass dahinter eine bewusste Absicht steht.