Ich bin vor ein paar Jahren aus beruflichen Gründen hergekommen und frage mich langsam, wo ich eigentlich wirklich hingehöre. Wenn ich in meiner Heimat bin, vermisse ich die Struktur und Effizienz hier, und hier fehlt mir manchmal diese ganz selbstverständliche Herzlichkeit, die ich von zu Hause kenne. Ich habe das Gefühl, in beiden Welten nur halb anzukommen. Wie geht ihr mit diesem ständigen Dazwischensein um?
Du beschreibst einen langen Seufzer zwischen zwei Orten. Dieses Dazwischen sitzt dir im Nacken und doch kennst du die Wärme deines Zuhauses in der Erinnerung. Es ist okay sich so zu fühlen als ob man halb angekommen ist weil beide Seiten dir wichtig sind. Vielleicht reicht schon ein kleines Ritual hier und eine kleine Erinnerung dort um die Luft zu halten.
Vielleicht ist das Dazwischen kein Mangel sondern ein Zwischenraum der Identität. Struktur und Effizienz hier treffen auf Herzlichkeit dort und daraus entsteht eine Spannung die dich formt. Du könntest versuchen kleine Brücken zu bauen statt zu suchen einen Endpunkt. Ein Rhythmus aus zwei Gewohnheiten könnte helfen ohne dass einer Seite verloren geht.
Was wäre wenn Ankommen kein Endzustand ist sondern ein ständiges Ausprobieren von Rollen?
Vielleicht wird dir gedacht du müsstest dich anpassen und das fühlt sich falsch an. Es kann auch sein dass dieser Druck aus zwei Erwartungen stammt die sich gegenseitig ausschließen. Wer sagt eigentlich wie Heimat sich anfühlt und wer legt die Regeln fest.