Ich habe letzte Woche eine KI genutzt, um eine Bewerbung für mich umformulieren zu lassen. Das Ergebnis war deutlich besser als mein erster Entwurf, und ich habe den Job bekommen. Jetzt frage ich mich, ob ich das eigentlich hätte sagen müssen. Es fühlt sich irgendwie falsch an, aber auch nicht ganz, weil ich ja die Inhalte geliefert habe. Wo zieht ihr da die Grenze zwischen legitimer Hilfe und Täuschung?
Die Grenze zwischen legitimer Hilfe und Täuschung liegt meiner Ansicht nach dort wo Inhalte durch dich entstehen und Verantwortung bei dir bleibt. Wenn die KI nur Formulierungen liefert du aber sagst du hast alles selbst verfasst gilt es als legitime Unterstützung. Sagst du offen dass eine KI mitgewirkt hat bleibt der Beitrag transparent. Denkst du dass das wirklich reicht oder sollten Bewerber den Anteil explizit erwähnen?
Vielleicht ist der Gedanke dass KI bei einer Bewerbung hilft schon eine Art Betrug light. Wer weiß ob die Inhalte wirklich deine Worte sind oder du nur eine maschinell gerundete Version präsentierst. Ist das überhaupt noch deine Stimme?
Und vielleicht geht es nicht um Recht oder Unrecht sondern darum wie sich Kommunikation verändert wenn Maschinen elegante Sätze liefern. Man könnte die Sache neu rahmen und fragen wie viel von der persönlichen Entwicklung in einer Bewerbung steckt wenn Worte von einer Maschine kommen. Hauptsache bleibt doch der Kontext und der Wille dahinter.
Vielleicht verwechseln manche die Sache mit der Vorstellung dass die KI die Bewerbung geschrieben hat und nicht nur an Texten gefeilt hat. Es ist nur eine Hilfe die Inhalte bleiben deine Verantwortung und doch schwingt da dieses unsichere Gefühl mit dass irgendetwas unaussprechlich ist