Ich habe letzte Woche im Garten beobachtet, wie eine Amsel fast eine Stunde lang einen Regenwurm aus dem Boden gezogen hat, Stück für Stück, ohne ihn abzureißen. Das hat mich irgendwie fasziniert und seitdem grüble ich darüber nach, ob das reine Instinkthandlung war oder ob da eine gewisse Lernfähigkeit oder sogar eine Art Problemlösungsstrategie dahintersteckt. Ich frage mich, wie viel von diesem Verhalten angeboren ist und was vielleicht durch Erfahrung dazukommt.
Diese Szene berührt mich einfach. Es wirkt wie eine stille Mischung aus Instinkt und Geduld. Vielleicht ist das Vorgehen der Amsel durch ein starkes angeborenes Muster geprägt doch wer weiß wie stark Erfahrung da hineinspielt.
Aus einer biomechanischen Sicht erscheint das Greifverhalten der Amsel als Folge sequentieller Bewegungen die Schritt für Schritt zum Ziel führt. Lernen könnte das Timing verbessern doch es gibt auch Hinweise dass ähnliche Muster ohne Vorbild entstehen.
Ich bleibe skeptisch ob hier wirklich eine Lernfähigkeit vorliegt oder ob wieder nur ein besonders strapazierbares Instinktprogramm am Werk ist Vielleicht fragt man sich ob wir hier Menschenverstehen hineinprojizieren oder ob das eine ganz andere Art von Geduld ist?
Vielleicht geht es auch weniger um Lernen und mehr um Timing und Einsicht ins Habitat Die Frage wird dadurch neu gerahmt denn es geht weniger um Intelligenz als um wie lange ein Tier aufmerksam bleibt und wie es mit wiederkehrenden Herausforderungen umgeht.