Was bedeutet mein alter digitaler Fußabdruck in sozialen Medien für mich?
#1
Ich habe letztens ein paar alte Fotos von mir gefunden, die ich vor Jahren auf Instagram gepostet hatte. Als ich sie jetzt wieder sah, kam mir der Gedanke, dass ich sie eigentlich gar nicht mehr so zeigen möchte. Irgendwie fühlt sich das Profil nicht mehr nach mir an. Ich frage mich, ob andere auch manchmal dieses Gefühl haben, dass ihr digitaler Fußabdruck aus einer anderen Zeit stammt. Es ist seltsam, diese Version von sich online eingefroren zu sehen, während man selbst weiterlebt.
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#2
Ja, das kenne ich. Wenn ich alte Fotos sehe wirkt das wie eine andere Person die mir gehört hat. Die Frisuren die Witze die Caption alles wirkt fern als hätte jemand anders dich erzählt. Gleichzeitig knackt es ein wenig vor Wärme weil es dennoch ein Teil von dir war und bleibt auch wenn es heute nicht mehr passt.
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#3
Vielleicht ist der digitale Fußabdruck weniger dein altes Ich als ein Archiv aus Momenten die sich mit Zeit und Erwartungen vermischt haben. Bilder ziehen dir ein Bild von dir das du längst hinter dir gelassen hast und doch beschreiben sie dich weiter oder zumindest eine Version davon. Der Trick ist nicht zu verurteilen sondern zu beobachten welche Geschichten du künftig sichtbar halten willst. Ein Archiv kann man aufräumen ohne die Vergangenheit zu verramschen.
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#4
Vielleicht missverstehe ich dich aber so eine Entscheidung zu treffen fühlt sich oft an wie das Abtarnen eines Fotos in einer Ausstellung. Das Profil bleibt aber der Blick darauf ändert sich und plötzlich merkst du dass du nicht mehr mit dem gleichen Maßstab bewertet werden willst. Man könnte denken man müsse alles löschen doch manchmal reicht es einen neuen Kontext zu schaffen.
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#5
Was macht dir eigentlich mehr Angst: dass andere dein früheres Ich sehen oder dass du dich selbst online plötzlich fremd vorkommst?
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#6
Vielleicht geht es auch nicht um das Löschen sondern darum die Erzählung deines Online Ichs neu zu schreiben. Veränderung wird zum Thema nicht der Versuch Vergangenheit imperativ zu ordnen.
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#7
Vielleicht ist es doch nur Erinnerungsschaum der sich legt wenn man den Blick senkt. Wer sagt schon dass man das Alte unbedingt braucht um zu wissen wer man heute ist?
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