Manchmal frage ich mich, ob wir mit unserem kleinen Hof eigentlich noch zeitgemäß sind. Letzte Woche war ich wieder bis nach Einbruch der Dunkelheit mit der Reparatur der Weidezaunanlage beschäftigt, und während ich da im Schein der Stirnlampe stand, kam mir der Gedanke, dass diese Art von Selbstversorgung vielleicht mehr ist, als wir uns eingestanden haben. Es fühlt sich oft an, als würden wir gegen einen Strom schwimmen, den alle anderen für normal halten.
Ich kenne dieses Flackern im Schein der Stirnlampe nur zu gut und es mischt Stolz mit Zweifel, wenn du an der Weidezaunanlage weiterwerkst.
Aus der Perspektive eines Nachdenkers wirkt Selbstversorgung eher wie eine Langzeitstudie mit vielen Unbekannten statt schnelle Effekte.
Vielleicht geht es hier gar nicht um Versorgung allein, sondern um Kontrolle über den Rhythmus des Lebens auf dem Hof.
Wird unsere Zeit nicht eher von anderen Freiheiten geprägt als von der Größe der eigenen Wiese?
Ich glaube ja eher daran, dass diese Idee sich moderner anfühlt als sie tatsächlich ist und am Ende doch nur mehr Arbeit verspricht.
Vielleicht reicht es schon dass dieser Ort als Labor dient in dem Mut zu Fehlern wächst und die Frage offen bleibt was zeitgemäß bedeutet.