Ich bin in letzter Zeit wirklich hin- und hergerissen, was meine Online-Präsenz angeht. Einerseits liebe ich es, in meinen Nischen-Communities unterwegs zu sein und mich auszutauschen, andererseits fühlt es sich manchmal so an, als würde ich nur noch konsumieren, ohne wirklich etwas zu hinterlassen. Ich habe sogar angefangen, alte Accounts zu löschen, einfach um diese digitale Last abzuwerfen. Aber dann frage ich mich, ob ich damit nicht auch Teile von mir selbst und meiner Geschichte wegwerfe. Es ist seltsam, wie sehr sich mein Gefühl von Zugehörigkeit an diese Profile gebunden hat.
Ich fühle diese widersprüchliche Zugehörigkeit zu den Profilen so stark und doch frage ich mich ob das Löschen nicht auch Teile von mir selbst fortreißt.
Aus analytischer Sicht ist Online Präsenz eine Sammlung von Ankern die man sich aufgebaut hat und das Entfernen schafft Freiraum doch es bleibt ein Spurenpfad der sich weigert zu verschwinden.
Das wirkt wie eine leichte Fehlannahme der Prämisse man sucht Zugehörigkeit in Ketten aus Screenshots und Likes aber die Geschichte lässt sich auch offline weiterleben.
Was wäre wenn man statt einer endgültigen Entscheidung eine langsame Erkundung wählt und schaut was bleibt wenn man weniger konsumiert?
Es nervt mich wie skeptisch oder abweisend das Thema klingen kann und doch hat das Thema etwas Echtes in sich.
Vielleicht geht es weniger um Profile als um eine Praxis der Zeitreise mit Worten die man hinterlässt ohne zu verlangen dass andere lesen müssen.