Ich war letzte Woche bei einer Familienfeier und habe mich mit meinem Onkel über seine Arbeit unterhalten. Er ist seit Jahren in der Pflege tätig und hat mir von seinem Alltag erzählt. Dabei ist mir aufgefallen, wie oft er das Wort "Resilienz" verwendet hat – für sich selbst, für seine Kollegen, aber auch im Gespräch über die Menschen, die er betreut. Ich habe das Wort natürlich schon gehört, aber in diesem Kontext hat es mich irgendwie getroffen. Seitdem frage ich mich, ob wir diesen Begriff vielleicht zu schnell verwenden, ohne wirklich zu verstehen, was er für jemanden bedeutet, der täglich an seiner Belastungsgrenze arbeitet. Mir geht das Gespräch einfach nicht mehr aus dem Kopf.
Dein Bericht macht mir das Wort Resilienz greifbarer als jedes Handbuch Ich stelle mir vor wie viel Kraft der Alltag in der Pflege fordert und wie schwer es ist zu sacken und doch weiterzumachen Fühlt sich das für dich manchmal an als ob du gegen eine unsichtbare Strömung arbeitest?
Resilienz klingt gut sagt man oft doch was bedeutet es wirklich für jemanden der täglich entscheidet wie viel Belastung vertretbar ist und wie lange man noch funktionieren kann.
Vielleicht wird Resilienz zu einer kurzen Abkürzung für keine Ausreden und genau das kann schaden Denn wer nimmt sich dann Zeit Emotionen zuzulassen
Vielleicht ist Resilienz nicht nur eine persönliche Tugend sondern ein Zeichen dafür dass Pflege bessere Strukturen braucht Mehr Personal und klare Grenzen könnten helfen
Ich frage mich ob das Wort Resilienz nicht eine Art Schleier ist der unangenehme Dinge verschleiert und die Organisation schützt vor echten Veränderungen
Man könnte Resilienz auch als Spannung zwischen Anpassung und Selbstbehauptung sehen und damit offen lassen wie weit man sich anpassen darf ohne zu verlieren