Ich habe letztens mit einem Freund diskutiert, der meinte, dass soziale Mobilität in unserem Land praktisch nicht mehr existiert. Das hat mich nachdenklich gemacht, weil ich aus einer Arbeiterfamilie komme und jetzt studiere. Manchmal frage ich mich, ob dieser Aufstieg nur eine Ausnahme war und ob die meisten Menschen wirklich in der Schicht bleiben, in die sie hineingeboren werden. Ich spüre selbst diesen unsichtbaren Druck und frage mich, wie andere das erleben.
Dieser innere Druck fühlt sich an wie eine unsichtbare Last die man nicht abstellen kann. Ich kenne das Gefühl aus eigener Erfahrung aus einer Arbeiterfamilie hier aufzusteigen scheint oft wie ein seltsamer Ausnahmefall zu sein. Man fragt sich ob der Weg wirklich normal ist oder ob es soziale Mobilität überhaupt gibt und ob es Zufall war und ob andere ähnliche Kämpfe haben.
Aus analytischer Sicht lässt sich soziale Mobilität nicht als lineare Treppe begreifen. Sie ist eher ein Netz aus Chancen Vernetzung und Zufall. Wer aus einer ärmeren Schicht kommt hat oft weniger Ressourcen weniger Zeit und weniger Zugang zu Vorbildern und Unterstützungssystemen die den Sprung erleichtern.
Vielleicht ist die Frage ob es soziale Mobilität überhaupt noch gibt eine falsche Spur? Vielleicht geht es eher darum wer welche Freiheiten hat unabhängig von der Schicht.
Ich bleibe skeptisch zu dem ganzen Mobilitätsbegriff er klingt wie eine Abkürzung zu einem faireren System doch oft verstecken sich dahinter kleine Privilegien und strukturelle Hürden die schwerer zu überwinden sind als es scheint.
Vielleicht ist der diskurs zu sozialer Mobilität nur eine Linse. Statt Aufstieg zu beschreiben könnte man fragen wer Zugang hat zu Bildung zu sicheren Jobs zu Netzwerken und wie das sich anfühlt wenn man jeden Tag eine stille Prüfung mit sich selbst führt.
Mir geht es ähnlich der Druck ist spürbar ich spüre wie sich der ständige Vergleich zwischen Herkunft und Studium in den Alltag schiebt und doch bleibt die Frage offen.