Was bedeutet 'zu Hause' in feldpostbriefen wirklich?
#1
Ich habe letzte Woche in einem alten Buchladen eine Kiste mit Feldpostbriefen aus dem Ersten Weltkrieg gefunden. Beim Lesen ist mir etwas aufgefallen, das mich nicht mehr loslässt: Die Soldaten schreiben oft von "zu Hause", aber ich frage mich, ob sie damit wirklich ihren physischen Wohnort meinten oder etwas viel Diffuseres, ein Gefühl, das vielleicht schon verloren war. Es ist seltsam, diese persönlichen Worte zu lesen, während man weiß, wie die Geschichte weiterging.
Zitieren
#2
Feldpostbriefen tragen eine seltsame Wärme mit sich und machen aus zu Hause nicht nur einen Ort, sondern einen Atemzug den der Krieg festhält und den man erst wieder spüren kann wenn man die Handschrift gegen das Kartenpapier legt.
Zitieren
#3
Vielleicht dient zu Hause als Symbol der Brücke zwischen dem Alltag im Lager und dem Gefühl von Sicherheit das in den Briefen schimmern soll statt einer konkreten Adresse.
Zitieren
#4
Ich lese es so dass die Schreibenden zu Hause als Ort der Erinnerung beschreiben der in jeder Zeile weiterzieht obwohl der Ort doch verloren ist.
Zitieren
#5
Vielleicht ist zu Hause nicht mehr der echte Ort sondern eine Metapher die sich in den Briefen einschreibt oder bleibt er eine einfache Ortsangabe. Ist das eine Idee die sich heute durch die Briefe schiebt?
Zitieren


[-]
Schnellantwort
Nachricht
Geben Sie hier Ihre Antwort zum Beitrag ein.

Bestätigung
Bitte den Code im Bild in das Feld eingeben. Dies ist nötig, um automatisierte Spambots zu stoppen.
Bestätigung
(Keine Beachtung von Groß- und Kleinschreibung)

Gehe zu: