Ich war letztens auf einer Hochzeit und habe danach die Fotos durchgesehen. Mir ist aufgefallen, dass ich auf fast allen Bildern, die andere gepostet haben, irgendwie angestrengt oder unglücklich aussehe, obwohl es ein wirklich schöner Tag war. Das hat mich nachdenklich gemacht. Ich frage mich, ob diese ständige Dokumentation für andere nicht unbewusst den eigentlichen Moment verändert. Man ist ja doch irgendwie damit beschäftigt, wie man wirkt, statt einfach da zu sein.
Ich kenne das, die Dokumentation verändert den Moment manchmal wirklich. Man schaut eher auf das Bild als in den Augenblick hinein.
Vielleicht ist es eine Folge unserer Erwartung daran wie ein Tag auszusehen hat, damit er zählt.
Vielleicht verstehe ich es falsch und die anderen posten genau deshalb weil es ihnen schwer fällt einfach zu genießen.
Es wirkt fast so als ob das Teilen eher ablenkt als verbindet.
Vielleicht geht es um das vergehen der Zeit und um die Idee das echte Gefühl jenseits der Kamera zu finden.
Ein anderer Gedanke wäre die Anwesenheit als Konzept das erst noch klar wird