Was bleibt vom echten moment, wenn ich ständig fotos poste?
#1
Ich war gestern mit Freunden essen und es kam mir fast schon automatisch in die Hand, ihr Essen zu fotografieren, bevor sie überhaupt probiert hatten. Das hat mich irgendwie nachdenklich gemacht. Ich frage mich, ob diese ständige Dokumentation eigentlich den Moment für mich kaputt macht, ohne dass ich es richtig merke. Manchmal habe ich das Gefühl, ich erlebe Dinge nur noch durch den Bildschirm, um sie später zu teilen.
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#2
Manchmal merke ich erst hinterher wie der Moment zwischen Tisch und Bildschirm verschwindet und das Gefühl ist seltsam, das Teilen fühlt sich größer an als das eigentliche Essen.
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#3
Der Moment wird zum Archivobjekt, als wollten wir ihn festhalten damit er nicht verloren geht doch das Archiv hat oft mehr Gewicht als die einfache Erfahrung selbst wer bestimmt wer dazugelassen wird um ihn zu bewahren?
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#4
Vielleicht missverstehst du die Sache leicht, es geht dir nicht nur ums Teilen, sondern um ein Gedächtnis das sich vor dem Geschmack verselbständigt und das ist eine andere verwirrende Art von Nähe.
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#5
Ich bleibe skeptisch, Bilder brauchen kein Urteil über das Erlebnis zu fällen, sie sind erst mal Werkzeuge der Erinnerung und vielleicht liegt das Problem weniger im Teilen als im Rhythmus in dem wir konsumieren.
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#6
Vielleicht kann man den Blick neu rahmen als Stille Praxis statt Show, wahrnehmen ohne Bewertung und das Moment einfach mit der Zunge statt dem Bildschirm schmecken
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