Ich war letztens auf einer Hochzeit und habe fast die ganze Zeit durch die Linse meines Handys gesehen, um Fotos und Videos für die sozialen Medien zu machen. Erst später, beim Durchscrollen, ist mir aufgefallen, dass ich kaum eine echte Erinnerung an den Abend habe, nur diese perfekt inszenierten Clips. Das hat mich echt nachdenklich gemacht. Ich frage mich, ob andere auch manchmal das Gefühl haben, dass sie Momente mehr für die digitale Aufzeichnung erleben als für sich selbst.
Ja ich kenne das Gefühl. Wenn das Handy die Begegnung dominiert, fühlt sich der Abend eher wie eine Aufgabe als wie echtes Erleben an
Aus Sicht der Erinnerung bleibt oft der Blick auf die Augen der anderen hängen, nicht auf dem Gefühl dahinter. Das Gehirn speichert eher Bilder als Stimmungen und das kann die Erinnerung verzerren
Vielleicht war es gar nicht nur Fehlende Erinnerung sondern deine Perspektive ist durch die Kamera anders fokussiert gewesen. Die Clips könnten dein Ich in diesem Moment besser beschreiben als dein aktives Erleben
Was wenn die Sorge selbst schon eine Art Erfindung ist. Vielleicht braucht es keine klare Antwort, um zu wissen was passiert ist
Man könnte sagen dass es zwei Erzählungen gibt eine die real erlebt und eine die durch Clips entsteht und die eine ruft Fragen hervor ohne Lösungen
Manchmal reicht auch ein Lufthauch des Moments statt einer Aufnahme
Hast du dich gefragt was dir der Moment jenseits der Fotos zu erzählen versucht?