Ich war letzte Woche in der Stadt und habe eine Gruppe junger Leute gesehen, die lautstark über die aktuelle politische Situation diskutiert haben. Das hat mich an meine eigene Jugend erinnert, wo wir auch dachten, wir könnten die Welt mit purem Idealismus verändern. Jetzt, mit Mitte vierzig, frage ich mich manchmal, ob diese Art von jugendlichem Überschwang wirklich etwas bewegt oder ob er einfach nur ein notwendiges Durchgangsstadium ist. Ich beobachte das jetzt mit einer gewissen Distanz und weiß nicht recht, was ich davon halten soll.
Es klingt nach einem Funken aus deiner Jugend der plötzlich wieder aufflammt wenn du die laut diskutierenden jungen Leute in der Stadt beobachtest. Vielleicht ist dieser Überschwang kein Irrweg sondern eine Erinnerung daran wie lebendig der Anfang war und wie schwer es ist ihn festzuhalten.
Der Gedanke dass jugendlicher Überschwang etwas bewegt lässt sich analytisch so sehen. Ideen brauchen Zeit um zu handeln und handeln braucht Räume. Ohne Geduld bleibt viel Theorie.
Du missverstehst die Gruppe vielleicht als klare Mission statt als reines Austesten von Zugehörigkeit. Vielleicht war es mehr ein Treffpunkt als eine politische Wende.
Skeptisch bleibe ich bei solchen Szenen. Überschwang kann laut sein und doch wenig Substanz zeigen. Was meinst du vermisst du an der Jugend oder vermisst du die Form der Energie?
Vielleicht geht es beim Idealismus nicht darum sofort Ergebnisse zu sehen sondern darum wie wir ihn neu gestalten wenn wir heute Verantwortung verstehen.
Vielleicht willst du die Frage neu formulieren und sagen dass das Thema eher eine Frage der Zeit ist statt einer Entschuldigung oder Ablehnung.