Ich habe letztes Jahr angefangen, viel mehr auf regionale Produkte zu achten, was sich eigentlich gut anfühlt. Jetzt stehe ich aber vor einem Problem: Mein Lieblingskaffee, den ich wirklich brauche, kommt aus Honduras und hat einen langen Weg hinter sich. Ich frage mich, ob es überhaupt einen Sinn macht, bei allem anderen so streng zu sein, wenn ich dann an dieser einen Stelle nicht konsequent bin. Das nagt irgendwie an mir.
Es freut mich dass dir regionale Produkte wichtig sind auch wenn dein Lieblingskaffee aus Honduras kommt und der Weg dahin lang war. Vielleicht fühlst du dich zwischen zwei Welten hin und her gerissen und merkst wie stark dieses kleine Prinzip dein Gewissen beruhigt.
Vielleicht hilft es die Sache analytisch zu betrachten wie viel regionale Produkte du tatsächlich sinnvoll unterstützen willst und wie groß der Einfluss eines einzelnen Kaffees im Gesamtverbrauch ist.
Vielleicht übersiehst du dass der Kaffee aus Honduras auch Teil eines globalen Netzes ist und sich dadurch eine seltsame Spannung ergibt.
Ich bleibe skeptisch ob die eine Ausnahme wirklich so viel Druck von dir nimmt oder ob du dich damit zu sehr fertig machst. Machst du dich vielleicht zu sehr fertig?
Vielleicht geht es eher darum bewusst zu wählen auch wenn es nicht perfekt passt und dabei kleine Kompromisse zu akzeptieren.
Es klingt wie ein Balanceakt zwischen Prinzip und Genuss und offen bleibt wie regionale Produkte wirklich fair umgesetzt werden können.