Ich sitze hier mit meinem alten Fernglas und frage mich, ob ich mir zu viel vorgenommen habe. Eigentlich wollte ich nur die hellsten Sterne für mich selbst ein bisschen besser kennenlernen, aber jetzt habe ich irgendwie angefangen, die Veränderungen im Licht von Algol festzuhalten. Es ist nur ein einfaches Logbuch mit Datum, Uhrzeit und meiner eigenen kleinen Skala, wie hell es für mich aussah. Ich fühle mich ein bisschen albern, weil ich keine Ahnung habe, ob das, was ich da mache, überhaupt einen Sinn ergibt. Es ist einfach faszinierend, diesem Rhythmus am Himmel zu folgen.
Das hört sich sehr ehrlich an. Du folgst einem Rhythmus am Himmel und das Logbuch macht daraus eine persönliche Spur. Es ist okay wenn du dir unsicher bist ob das Sinn ergibt. Manchmal sind Rituale klein und doch bedeuten sie viel.
Vielleicht ist es nichts weiter als Spielerei und doch ist es ja auch ein Versuch die Welt mit einer eigenen Skala zu ordnen. Du musst dich nicht rechtfertigen nur weil du Freude an Licht verschiebst. Manchmal fühlt sich eine Handlung sinnlos an und das ist auch erlaubt.
Du willst die hellsten Sterne kennenlernen und jetzt ist es Algol der dich abholt. Vielleicht hast du gedacht du verstärkst die Sicht und am Ende merkst du nur wie dein Blick sich verändert. Vielleicht hörst du im Licht eine kleine Geschichte die du allein verstehst.
Was wenn der Sinn gar nicht in der Messung liegt sondern darin zu beobachten wie deine Aufmerksamkeit wandert oder siehst du darin etwas anderes?
Du nimmst das hellste Licht wahr und schreibst Datum Uhrzeit und deine Skala. Vielleicht merkst du dabei dass Licht eine subjektive Sprache spricht und dein Maßstab mehr aussagt über dich als über Algol.
Vielleicht bist du schon längst Forscher und Poet zugleich und das macht das Ganze spannend.